GRÜNER Ortsverband St. Leon-Rot

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November 2019

Wir besuchen die Klima-Arena am Tag des Welt-Klima-Streiks am 29.11.2019

Zum Zeichen der Unterstützung der weltweiten Demos von Fridays for Future unter dem Motto Klimagerechtigkeit wollen Mitbürgerinnen und Mitbürger von St. Leon-Rot am 29. November die Klima-Arena in Sinsheim besuchen.

Die Erde und damit das Leben auf diesem Planeten ist massiv bedroht; die Folgen des Klimawandels sind überall spürbar. Wir Menschen sind dabei, die natürlichen Grundlagen unseres Lebens zu zerstören. Dabei geht es auch um die Frage von Gerechtigkeit und Rücksicht der Industriestaaten

  • gegenüber den Entwicklungsländern
  • den nachfolgenden Generationen
  • der Natur und unserer Umwelt

Wir Grünen wollen alle auffordern, sich die persönliche Frage zu stellen, was sie oder er selbst für den Klimawandel tun kann. Nicht nur Politik und Wirtschaft sind gefordert, sondern wir alle. Noch gibt es ein kleines Zeitfenster, in dem wir es in der Hand haben, dass das Klima NICHT kippt. Diejenigen, die jetzt immer noch von Klimahysterie sprechen, haben den aktuellen ERNST DER LAGE nicht begriffen. Ist der sogenannte Kipppunkt überschritten, können wir die Klimaerwärmung nicht mehr aufhalten. Unsere Kinder und Enkel müssen die gravierenden Folgen tragen. Das können wir nicht verantworten!

 

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Veggie-Challenge

16. Oktober 2019 - Start der Veggie-Challenge mit dem - Film: Cowspiracy - Das Geheimnis der Nachhaltigkeit und  der App "Veganstart-App": Start eines veganen Experiments

31. Oktober 2019 - Halbzeit: Wir treffen uns zu einem vgetarisch-veganes Buffet in St. Leon bei Familie Maga in der Marktstraße 31

19. November 2019 - Resumee:  Wir treffen uns zu einem gemeinsamen Essen in veganen Restaurant. Die Kombüse  im Jungbuschstr. 23,   68159 Mannheim

Wir wollen uns einen Monat lang vegetarisch oder vegan ernähren, und wir möchten damit

  • transparent machen, welche Auswirkungen der Fleischkonsum auf den Planeten, die Tiere und den Menschen hat
  • dazu ermuntern, im Sinne des Klima-, Natur- und Tierschutzes den Fleischkonsum zu senken
  • neue Geschmackserlebnisse zulassen und zeigen, dass vegetarische und vegane Ernährung ein Geschmacksgewinn sein kann - und kein Verzicht auf Fleisch

Wir laden alle ein, die Interesse und Lust haben, bei uns mitzumachen und von ihren Erfahrungen zu berichten.

Hier ein paar gute Links zum Thema vegane Ernährung:

 

Start der Veggie-Challenge: 16.10.2019

Als Einführung in unsere Veggie-Challenge laden wir alle ganz herzlich dazu ein mit uns den Film, „Cowspiracy - Das Geheimnis der Nachhaltigkeit“ über die unterschiedlichen Folgen des maßlos gewordenen Fleischkonsums in der westlichen Welt, anzuschauen.

Wann: Mittwoch 16. Oktober, 19.30 Uhr
Wo: Gasthaus Zur Sonne, Erlengrund 4

Start der Veganstart-App: 16.10.2019

  • Dir liegt das Tierwohl am Herzen?
  • Du findest die Bilder über Massentierhaltung unerträglich?
  • Du möchtest etwas gegen die drohende Klimakatastrophe unternehmen?

Dann mach bei unserer Veggie-Challenge mit und probiere mal die Veganstart-App von PETA aus.

PETA Deutschland e.V. ist eine Partnerorganisation von PETA USA, der mit über sechseinhalb Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Die Organisationen wurden gegründet, um Politiker und die Öffentlichkeit über die anhaltende, weitverbreitete und nicht zu akzeptierende Tierquälerei aufzuklären sowie die Einsicht zu fördern, dass Tiere einen naturgegebenen Anspruch darauf haben, mit Respekt und Achtung behandelt zu werden.

Hier kannst du dich bei der Veganstart-App anmelden: https://www.peta.de/veganstart-app

Anmelden: Einfach Name und E-Mail angeben. Die Anmeldung ist kostenlos und kann jederzeit wieder gekündigt werden.

Jeden Tag eine E-Mail: Begleitung durch Ihren ganz persönlicher Coach mit einer täglichen E-Mail mit Infos, Tipps und Tricks.

Wir werden wir über unsere eigenen Erfahrungen zur Ernährungsumstellung in Facebook und hier auf der Homepage berichten.

Halbzeit: 31.10.2019

Zur Halbzeit treffen wir uns zu einem vegetarisch - veganen Buffet in St. Leon, in der Marktstraße 31.

Wann: Donnerstag 16. Oktober, (Uhrzeit wird noch bekannt gegeben)
Wo: Marktstraße 31 - Bei Familie Maga im Hof. Der Bereich ist überdacht)

Resumee: 19.11.2019

Den Abschluss bildet am 19.11.2019 ein gemeinsames Essen in einem veganen Restaurant:

Die Kombüse“ in Mannheim.

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Erfahrungsbericht: Veggie-Challenge Einen Monat vegetarisch / vegan!

Die Veganstart-App soll uns bei der Veggie-Challenge helfen. Mal schauen, was das Experiment mit uns macht.

Anja:

Da wir seid fast 2 Jahren vegan leben, stellt die vegan Challenge für uns eine geringe Herausforderung dar. Neben dem veganen Essen ist es aber sehr wichtig den gesamten Nährstoffbedarf zudecken. Es gibt viele hilfreiche Informationen dazu. Uns gelingt es alle Nährstoffbedarfe zudecken, nur für Vitamin B12 nehmen wir Tabletten.

Holger

Motivation

Also ich esse gerne Fleisch und grille im Sommer mit Freunden auch gerne Tomahawk-Steaks und Dry-Aged Steaks allerdings muss das Fleisch aus artgerechter Haltung‎ sein. Billigwurst (Separatorenfleisch) kaufe ich nicht. Dass Fleischkonsum für meinen ökologischen Fußabdruck nicht so gut ist weiß ich natürlich, aber Wissen ist eine Sache und Handeln eine andere.

Als Kind habe ich auch Hausschlachtungen miterlebt und fand es auf der einen Seite schlimm, wenn ein Schwein geschlachtet wurde, aber ich habe auch sehr gerne das Wellfleisch gegessen. Wir essen Zuhause bereits wenig Fleisch – jetzt also 30Tage komplett ohne Fleisch – ich bin mal gespannt.

Hier meine Motivation, warum ich bei der Veggie-Challenge mitmache:

Verzicht oder Zugewinn von kulinarischer Vielfalt

  • Ist der Verzicht von Fleisch für mich ein Opfer, eine Entbehrung?
  • Oder gewinne ich stattdessen kulinarische Vielfalt und besseres Befinden etc. dazu?

Ethische Gründe & ökologischer Fußabdruck

Meine Kinder (24 und 18Jahre) ernähren sich bereits seit Jahren vegan und vegetarisch, um aktiv etwas für das Tierwohl zu tun und aus Gründen des Umweltschutzes und Klimawandels. Hier kann ich mir ein Beispiel an meinen Kindern nehmen. Bei gemeinsamen Essen gibt es oft rein veganes Essen und zusammen kochen macht ja auch Spaß. Bin ich noch offen genug, um meine Ernährungsweise umzustellen? Halte ich das 4 Wochen aus?

Der Erfahrungsbericht folgt...

Norbert

Motivation

Ich probiere gerne neue Sachen aus. Daher ist eine Challange genau das richtige um für eine gewisse Zeit etwas neues auszuprobieren. Veganes Essen ist ein momentaner Trend und nach meiner Meinung kann ich nur richtig mitreden, wenn ich es auch getestet habe.

Gründe

Unsere fleischlastige Kost ist nicht mehr zeitgemäß. Wir wissen, dass unsere fleischlastige Ernährung niemals allen Menschen möglich ist. Es gibt einfach nicht genug Fläche auf Planet A um so viele Tiere zu halten und Pflanzen anzubauen. Eine Ernährung, die alle Menschen gut ernährt, Wildtiere und Pflanzen Raum läßt und das Klima in Schranken hält, kann nur eine fast reine Pflanzenernährung sein. (Es sei denn jemand findet endlich Planet B). Daher will ich eine reine Pflanzenernährung einmal für 6 Wochen ausprobieren. Danach kann ich ja immer noch überlegen wie hoch ich zukünftig meine Fleischkonsum ansetze.

Ute

Motivation

Durch mehrere Dokumentationen ist mir schon lange bewusst, dass die stark industriali­sierte Produktion von Fleisch und Milchprodukte zu skandalösen Zuständen in der Tier­haltung führt und der Umwelt extrem schadet. Dass sie sogar noch einen größeren Einfluss auf den weltweiten CO2-Ausstoß und somit dem menschengemachten Klimawandel als der globale Verkehr hat, war noch das Tüpfelchen auf dem i. Deshalb war die von uns im Ortverband angestoßene Veggie-Challenge eine gute Gelegenheit, einmal Nägel mit Köpfen zu machen und konsequent die Ernährung danach auszurichten – erst einmal für einen Monat und wer weiß, vielleicht auch für länger.
Da wir in unserer Familie schon immer eher wenig Fleisch, Wurst und Fisch essen (zwei- max. dreimal die Woche), erschien mir eine Umstellung auf vegetarisch als zu geringe Herausforderung. Deshalb will ich versuchen auch Milchprodukte und Eier wegzulassen und mich 4 Wochen vegan ernähren. Außerdem sind ja nicht nur die Mast- und Schlachtbedin­gungen für die Fleischerzeugung ein Kritikpunkt, sondern auch die Zuchtbestrebungen und Tierhaltung für die Milch- und Eiprodukte.
Mein Sohn hat mich übrigens mit der Mitteilung überrascht, dass er – etwas entschärft – mitmacht. Er will 4 Wochen vegetarisch essen.

 

1 Woche

Norbert: In den ersten Tagen merke ich, wie lange das Einkaufen jetzt dauert. Einige Lebensmittel (z.B. Kekse) sind erst nach Studium der Inhaltsliste als vegan zu erkennen. Andere Lebensmittel sind in Abteilungen, die ich sonst sehr selten betrete (z.B. Haferschrot). Daher freue ich mich über die Kennzeichnung "vegan" auf den Packungen. Ich habe mal gleich einige dieser Produkte gekauft. Top sind der Kokos-Vanille-Joghurt und auch die Burger von Beyond Meat sind klasse. Da ich auch mehr rohvegan essen will, habe ich eine erste Charge Haferstones gedörrt. Das Ergebnis ist gut und ich habe noch Verbesserungsideen.

Ute: Ich hatte mich schon vor einem Monat bei der App von Peta "Vegan Start" registriert und so schon einmal vor ein paar Tagen entsprechend eingekauft: Vor allem Joghurts, Butter und Milch habe ich durch pflanzliche Alternativen (Soja, Hafer, Mandel, Lupine) ersetzt. Das ging erstaunlich gut, denn heutzutage führen alle bekannten Einkaufsmärkte entsprechende Produkte. Man muss nicht einmal extra zu einem Bioladen gehen. Auf Käse verzichte ich erst einmal. Schade, aber über Alternativen muss ich mich noch informieren.
Der Film Cowspiracy hat mich noch einmal bestätigt, dass es tatsächlich der Umwelt extrem nützen würde, wenn viele Menschen auf Eier, Fleisch- UND Milchprodukte verzichten würden.
Außerdem war ich dem Verein "Vegan in Wiesloch" sehr dankbar für die Tipps und die ermutigenden Worte, dass vegan nicht Verzicht bedeutet, sondern richtig Spaß macht und lecker schmeckt.
Wie sieht mein veganer Tag aus?
Frühstück fällt bei mir – bis auf Tee mit (jetzt) Hafermilch – sowieso meistens aus. Manchmal mache ich mir einen Smoothie. Mein Sohn isst Müsli oder Brot mit süßen Brotaufstrichen. Manchmal essen wir auch ein Müsli mit veganem Joghurt. Es gibt wirklich leckere Alternativen Favoriten sind ein Heidelbeer-Joghurt auf Sojabasis und die Joghurts auf Kokosbasis.
Mittags gab es bisher entweder Nudel mit Pesto oder Tomatensoße, verschiedene Gemüsepfannen oder Kartoffeln mit Spinat. Das war bisher alles schon auf unserem Speiseplan. Daher war bis jetzt keine Umstellung nötig. Aber auf Dauer muss ich mir neue Rezepte überlegen.
Abends gibt’s Brot (für mich veganes) mit Tomaten, mit Avocado, Kichererbsenaufstrich oder veganem Frischkäse. Oder einfach einen Salat. Das esse ich auch oft. Und meine Kinder auch.
Sogar auf Süßes muss ich nicht verzichten – es gibt vegane Kekse (sogar nach „Prinzenrolle“-Art, leckere Zartbitterschokolade, Müsliriegel. Manchmal knabbere einfach ein paar Nüsse.
Am Freitag war ich kurz etwas traurig: Ich musste auf meinen geliebten Fisch verzichten. Aber es gab ja leckere Alternativen.
Ein anderes Mal musste ich kurz "umdisponieren": Ich wollte meinen Sohn zu einem Döner einladen. Ach herrje, das ist doch eigentlich mit Fleisch! Er nahm dann aber einfach den vegetarischen. Allerdings ist Schafskäse und Joghurtsoße dabei – also nichts für mich (vegan). Schade. Gottseidank gab es die Falafel-Alternative mit Kichererbsen und zuhause habe ich mir eine Soja-Joghurt-Soße dazu gemacht. Ging auch.
Was ich auch noch schwierig finde ist, dass ich ja jetzt auf weitere alternative Proteinlieferanten achten muss. Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen kommen jetzt auf meinen Einkaufszettel. Das hatte in den letzten Jahren eher selten auf dem Programm gestanden. Wann habe eigentlich das letzte Mal Linsen gekocht…?
Tofu habe ich noch nicht probiert, aber das soll mein nächster Schritt sein. Tofu ist für mich eher negativ behaftet: die Tofu-Bratlinge, die ich in den 90er Jahren in der Mensa probiert hatte, waren von Konsistenz und Geschmack für mich kein Highlight. Aber ich habe einige Tipps von Vegan in Wiesloch auf den Weg bekommen. Bin gespannt!
Fazit bis jetzt: Inzwischen gibt es überall eine große Vielfalt an alternativen Lebensmitteln für Veganer. Man muss sich ein bisschen mehr über die Inhaltsstoffe informieren. Man muss mehr Obst und Gemüse essen. Wenn man auswärts essen geht, wird es etwas komplizierter. Aber bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, auf viel verzichten zu müssen.

Holger: Ich finde die App "Veganstart" super, denn man wird die nächsten 30Tage an die Hand genommen und behutsam an das Thema herangeführt.
Tag1: Kühlschrankcheck - Start ins vegane Leben
Tag2: Einkaufen - Wo gibt es was? Es gibt auch extra die App Peta zwei, da kann man beispüielsweise filtern welche veganen Produke es in welchem SUpermarkt gibt
Tag3: Rezeptideen - es gibt viel Rezepte, um den Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung zu unterstützen.
...
Die erste Woche hat fleischlos gut funktioniert, aber der Teufel steckt im Detail. Beispielsweise hatte ich einen gemischten Salat bestellt und erst relativ spät bemerkt, dass auch gekochtes Ei darunter war. Vermisst habe ich nichts, aber auf Kuhmilch im Kaffee mag ich noch nicht verzichten.

2 Woche

Norbert: In der 2 Woche gab es einige Herausforderungen für mich. An 2 Tagen konnte ich nicht vegan bleiben, sondern nur vegetarisch. Zum einen war ich bei einer grünen Veranstaltung. Hier gab es zwar nur vegetarisches Essen, aber vegan war für mich nicht drin, da ich meinen Kaffee mit Milch getrunken habe und die Brötchen mit einem leckeren aber milchhaltungen Aufstrich versehen waren. Außerdem war ich auf einem Geburtstag eingeladen indem auch Milch und Butter in vielen Sachen enthalten waren. An veganen Speisen kann ich empfehlen Nudelauflauf mit veganer Mac and Cheese Soße und die veganen Maultaschen von Bürger. Gerade wenn man wenig Zeit hat. Noch nicht überzeugen konnte mich die Jackfrucht. Ich habe aber auch eine süß-saure Variante probiert. Jedoch bin ich generell von den süß-sauren Speisen nicht begeistert. Insgesamt war die Woche leichter als erwartet.

Ute: „Es ist eigentlich leichter als gedacht – bis jetzt. Natürlich läuft nicht immer alles rund, aber sicherlich deutlich besser als es vielleicht vor 10 Jahren gewesen wäre, als vegetarische und erst recht vegane Ernährung eher noch als „exotisch“ galten.
Leicht ist für mich, auf Fleisch zu verzichten, viel Gemüse zu essen und selbst zu kochen. Leicht ist für mich auch Milch, Joghurt, Frischkäse und Sahne durch pflanzliche Alternativen zu ergänzen. Etwas schwieriger finde ich es, allerlei Hülsenfrüchte in den Speiseplan zu integrieren und das Ei zu ersetzen.
Meine ersten Pfannkuchen mit Eiersatzpulver waren ein Reinfall. Der Teig war klebrig, ballte sich zu einem Klumpen in der Pfanne, weil ich ihn zu früh wenden wollte. Danach habe ich gefühlte 10 Minuten pro Pfannkuchen gewartet, bis er als etwas gummiartiges Teil fertig war. Aber wer lesen kann ist klar im Vorteil. Die einschlägigen Tipps besagen: die Pfannkuchen einfach ohne Ei und stattdessen mit etwas Sojamehl, Speisestärke, Seidentofu oder mit Apfel- oder Bananenmus anrühren. Dann klappt das ohne Probleme.
Tofu habe ich auch ausprobiert. Die Ergebnisse waren unterschiedlich. Diesmal habe ich versucht, alle gelesenen Tipps zu beherzigen: eher frischen Tofu verwenden, scharf anbraten und sehr viel großzügiger würzen. Bei Spaghetti „Tofunese“ war das Ergebnis bedingt akzeptabel, denn trotzdem drang der etwas „mehlige“ Tofugeschmack durch. Es war ok, aber eben nicht wie Spaghetti Bolognese. Da mache ich lieber nur Tomatensoße. Bei meiner Lauch-Suppe dagegen (vorher mit Hackfleisch) habe ich sogenannten Räuchertofu verwendet. Vielleicht lag es auch an dem intensiven Lauchgeschmack, aber das Ergebnis war sehr lecker. Das kommt zu meinen Speiseplan dazu.
Mein Sohn wollte unbedingt vegane Burger probieren. Mit Beyond Burger gelang das sehr gut, weil das „Fleisch-Feeling“ sowohl bezüglich Geschmack als auch Textur da war. Ich frage mich allerdings immer, warum der vegane Ersatz auch wie Fleischprodukte (Wurst, Aufschnitt, Burger) aussehen muss. Für viele macht es aber den Umstieg vielleicht einfacher.
Am Wochenende stieß ich an meine Grenzen: Ich musste feststellen, dass auswärts vegan essen gehen kompliziert ist. Bei einer Feier in einem Lokal war von ca. 25 Gerichten nur EIN Salat (!) als einziges veganes Gericht für mich dabei. Für Vegetarier gab es etwas mehr Möglichkeiten, aber auf Ei, Sahne oder Käse verzichtet kaum ein „normaler“ Koch.
Dafür war essen gehen mit „Vegan in Wiesloch“ um einiges abwechslungsreicher. Im Restaurant Gänsberg gab es eine gesonderte Speisekarte mit veganen Gerichten: Von der Vorspeise bis zum Nachtisch war alles Mögliche dabei. Ganz begeistert war ich von den veganen Dips. Darunter war auch eine vegane Aioli-Mayo, der man das weder angesehen noch „angeschmeckt“ hat. Das Rezept habe ich mir gleich geben lassen.
Schließlich hatte ich in dieser Woche noch Besuch zu bewirten. Als Vorspeise gab es Rohkost mit Dips: Neben Rote-Bete-Pesto und Guacamole gab ich auch gleich meinen ersten Aioli-Mayo-Versuch zum Besten. Das war super einfach! Danach habe zweierlei gekocht: Chili con carne (für die „Eingefleischten“)und Chili sin carne (mit Roten Linsen statt Hackfleisch). Das Chili „ohne“ kam auch sehr gut an. Alternativ gab es eine Kichererbsen-Karotten-Suppe mit Kokosmilch, dazu Couscous. Was soll ich sagen: Ich könnte mich reinlegen!
Zur Sprache kam immer wieder, dass der Wechsel von normaler auf vegane Ernährung eine ziemliche Umstellung bedeute. Aber keiner realisiert, dass wir eigentlich im Vergleich zu früher (vor ca. 50 Jahren) unsere Ernährung auch umgestellt haben: Überall sind heute Zucker, Milchpulver und ein Arsenal von Geschmacksverstärkern drin. Immer weniger Menschen kochen selbst mit frischen Lebensmitteln, sondern kaufen sich Fertigprodukte mit einer Flut von Zusatzstoffen. Auf Fleisch UND Milch komplett zu verzichten bedeutet allerdings schon, sich von vielen traditionellen Koch- und Backgewohnheiten zu trennen.
Fazit der zweiten Woche: Eine Umstellung ist heute gut möglich, da es inzwischen viele pflanzliche Alternativen gut zu kaufen gibt. Meine Einkaufsliste hat sich allerdings ziemlich verändert. Wenn man auswärts essen geht, sind die Wahlmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Wenn man zuhause kocht, gibt es für alles super tolle Rezepte und Ersatzprodukte. Das Ausprobieren macht Spaß und es gibt ganz neue Geschmackserfahrungen. Man muss sich eben Zeit zum selbst kochen nehmen.

Holger: Wir haben jetzt pro Woche nur 1l Kuhmich für den Kaffee - darauf wollten wir noch nicht darauf verzichten. Für alles andere Müsli, Kuchen, etc. verwenden wir jetzt nur noch Hafermilch.
In der Kantine habe ich immer das vegane Gericht gewählt und es hat bis auf ein Essen "Nudeln mit Tomatensoße" immer sehr gut geschmeckt. Einen "Rückfall" hatte ich bei einer Wanderung am Sonntag, da hatte mich eine Pfälzer Bratwurst überredet...

3 Woche

Norbert: Die dritte Woche hatte es in sich. Das Essen zu Hause habe ich gut umgestellt und genug eingekauft. Auch Süßigkeiten, wie Marzipan und dunkle Schokolade sind ja vegan (wenn auch nicht kalorienarm:-(). Etwas unterschätzt habe ich jedoch die Essensversorgung auf meinen dienstlichen Terminen. Sicher immer etwas leckeres veganes u finden, war ich zu hungrig um die Speisen genau zu prüfen oder mich mehrfach in einer Schlange anzustellen. Also bin ich von vegan auf vegetarisch umgestiegen. An einem Termin jedoch habe ich nicht richtig aufgepasst und das vermeintliche Käsetörtchen war eines mit Schinken. Da ich es nicht wegwerfen wollte, habe ich es halt gegessen. Zukünftig nehme ich mir für solche Termine halt etwas zu essen mit. In der nächsten Woche sind wieder zwei Termine an denen ich diese Strategie testen kann.

Ute: In der dritten Woche habe ich erfahren, dass man als Veganer nicht jeden Wein trinken kann, weil der Traubensaft mit Gelatine geklärt wird. Das gilt übrigens auch für viele klare Säfte. Oh weh! Ein lieb gewordener Genuss – ein Gläschen Wein zum Essen – wird nun auch infrage gestellt. Und unsere Lieblingswinzer müssten wir nun aufgeben… Aber man muss ja nicht gleich alles richtig machen, oder? Mal sehen, welche veganen Weine hier als Alternative dienen können.
Inzwischen testen wir vegane Brotaufstriche und haben schon allerlei Favoriten auf Linsen und Kichererbsenbasis gefunden. Mein Sohn hat sich auch an vegetarischer Wurst versucht. Ergebnis durchaus zufriedenstellend. Ich selbst vermisse allerdings die Wurst überhaupt nicht.
Käse – ich vermisse Käse! Die bisher getesteten veganen Käsesorten sind zum Überbacken oder in einer Gemüsepfanne ok. Aber beim Direktverzehr auf oder zu Brot muss ich mich an die etwas andere Konsistenz gewöhnen. Außerdem: Wenn man einmal die Palette an Käse- und Wurstwaren in den Lebensmittelgeschäften anschaut und mit der Auswahl von veganen Alternativen vergleicht, fällt einem die Kinnlade herunter: meterlange Kühlregale gegen eine kleine Abteilung mit veganen Möglichkeiten. Aber immerhin gibt es die.
Der Faktor Geld kam auch noch zur Sprache. Tatsächlich muss man für die veganen Ersatzprodukte wie Joghurt, Frischkäse, Käse, Wurst, Brotaufstriche, Mandelmilchprodukte und besondere Mehle (Guarkern, Johannisbrotbaum) mehr ausgeben. Soja- und Hafermilcherzeugnisse gibt es aber inzwischen fast so günstig wie Kuhmilch, sogar in den Discountern. Hülsenfrüchte sind günstig. Obst und Gemüse sind normal. Natürlich sind insgesamt Bioprodukte etwas teurer als die herkömmlichen. Fleisch ist billig, zu billig. Außer hochwertiges oder Bio-Fleisch. Aber mal eine Frage: Zahlen wir für das Fleisch (und die Milch) das, was es wirklich wert ist? Oder ist das billige Fleisch es wirklich wert, gegessen zu werden?
Am Donnerstag hatten wir zur Halbzeit unser veganes Büffet. Die allseits bekannte Kürbissuppe ist immer ein Renner, der Rote-Bete-Granatapfel-Salat war ein absolutes Highlight. Mein Chili sin carne, die Cevapcici und die vegane Mayo kamen auch gut an. Lecker fand ich alles, Salate, Tomaten-Quiche, … Auch Nachtisch hat nicht gefehlt: Rübli-Torte und Schoko-Brownies. Hmmm!

Holger: in der dritten Wochen haben wir jetzt ganz auf Hafermlich umgestellt, auch für den Kaffee verwenden wir nun Barista Hafermilch - schmeckt auch gut.
Diese Woche hatten wir einige vegane Gericht gekocht und es hat Spass gemacht verschiedene Gerichte auszusuchen und zu kochen. Was ich erstaunlich finde, eine Menge Leute verstehen "vegan" nicht, beispielsweise beim Einkaufen, als ich die Verkäuferin nach veganen Produkten gefragt habe, meine Sie: "Was verstehen Sie unter vegan"?
Ich habe dann geantwortet:
"Also vegane Menschen konsumieren keine tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier und manche verzichten auch auf Honig.
Sie meiden die Nutzung von tierischen Produkten in allen Lebensbereichen, meist aus folgenden Gründen:
- aus ethischen Gründen, weil sie nicht wollen, dass Tiere für sie gequält und getötet werden
- aus gesundheitlichen Gründen und einem bewussten Umgang mit Lebensmittel
- aus Umweltschutzgründen
- aus Klimaschutzgründen

Leider gab es an der gefühlt 50m Kühltheke für Milch, Eier, Wurst etc. - keinen Bereich in dem nur vegane Nahrung angeboten wurde - die ja auch teilweise gekühlt werden muss.
 

4 Woche

Norbert: Endspurt in der Challange! Diese Woche zu 100% vegetarisch geblieben. Bei den geschäftlichen Terminen jedoch nur vergetarisch. Was aber auch schon positiv ist. Jedenfalls hat man bei den Treffen immer gleich ein Gesprächsthema. Warum ernährst Du dich vegan? Dann erkläre ich, dass für mich ausschlaggebend ist, dass nur eine pflanzenbassierte Ernährung die weltweite Lösung für Klimawandel und Artenschutz ist. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Während einige das nachvollziehen können, finden andere das doch ein wenig zu abgehoben. Immerhin hält jeder den Versuch für sinnvoll. So langsam kann ich auch die Argumente, auf was man alles "verzichten" muss entkräften. Letzte Woche habe ich vegane Dominosteine getestet und ich muss sagen: die schmecken richtig gut (okay, der Preis ist so angelegt, dass man nicht dick wird davon ;-)). Somit ist auch "Verzicht" in der Weihnachtszeit mit veganen Produkten kein Thema mehr. Diese Woche war ich bei Lidl auf Entdeckertour gewesen. Das Next Level Hack und die Hamburger haben mich und meine Familie überzeugt. Weiterhin plant Lidl zukünftig noch mehr vegane Produkte und auch die Verpackung soll sich noch stark verbessern (denn die Sachen sind in mega-Platikverpackungen verpackt - so wie halt richtiges Fleisch auch....) Für die nächste Woche will ich mich dann mal an einer Torte probieren.

Holger: Nach der vierten Woche würde ich jedem empfehlen, einmal ein paar Wochen vegan zu leben.
Das heißt nicht, dass jeder gleich Veganer werden muss, aber ein Versuch kann eine Bereicherung sein. Es gibt inzwischen so viele tolle vegane Kochbücher und Youtubes, da ist für jeden etwas dabei.
Schon nach ein paar Rezepten hat man den Dreh raus und kann auch seine Lieblingsrezepte vegan nachkochen:
Statt Milch - nimmt man zum Beispiel Hafer-, Soja-, oder Mandelmilch.
Statt Sahnesauce - nimmt man eine Handvoll Cashewnüsse mit Wasser in den Mixer und die Sahnebasis ist fertig.
Statt Ei im Teig - nimmt man Leinsamen, Apfel oder Banane

Fazit.
Es war eine interessante Erfahrung und definitiv eine kulinaische Bereichuung. Unsere Küche hat dadurch definitiv an Kreativität gewonnen. Der Selbstversuch hat sich auf alle Fälle gelohnt und wir haben was für´s Klima getan.
In der Kantine esse ich jetzt fast kein Fleisch mehr und Zuhasue haben wir den Fleischkonsum und den Konsum von Milchprodukten drastisch reduziert.
Das nächste wäre nun die Reduzierung von Müll.

Ute:

Die vegane Zeit ging schnell vorbei. Schon Woche 4 und der Verzicht auf Fleisch, Ei und Produkte aus tierischer Milch fiel leichter als am Anfang befürchtet – zumindest zuhause. Ganz begeistert war ich davon, dass man aus dem Kochwasser von Kichererbsen einen veganen Schaum rühren kann, der wie Eischnee aussieht und sich auch so verarbeiten lässt. Wirklich faszinierend wie man daraus eine Mousse Chocolat oder Kokosmakronen machen kann! Hätte ich nicht gedacht. Schon wieder musste ich dann spüren, dass auswärts essen als Veganerin keinen Spaß macht. Ich war auf einer Party mit Grillen und Büffet eingeladen. Auf das Grillfleisch und Würst-chen war ich gar nicht so scharf. Ich esse mich ohnehin lieber an den tollen Salatvariationen satt – dachte ich. Leider durfte ich dort streng genommen nur meinen eigenen Kartoffelsalat essen, weil an allen anderen Salaten entweder Mozzarella, Feta, Speck, Schinken, Thunfisch oder Mayo (leider nicht die leckere vegane) drin war. Dafür habe ich mich zuhause mit einem Karottenkuchen belohnt, den ich beim veganen Büffet der Grünen kennen-gelernt habe. Der hat richtig lecker geschmeckt und meine Familie war auch begeistert. Auch keinerlei geschmackliche Einbußen hatte mein Kartoffelgratin mit Sahne auf Haferbasis und Mandel-Brokkoli – wurde von meiner Familie ohne Beanstandung niedergemacht.

Leider musste ich mir von einer Freundin anhören, dass Soja als Alternative zu fleischlichen Eiweiß umstritten ist (Stichwort: genmanipuliert, gesundheitsschädlich). Aber Infos aus verschiedenen Quellen haben mich wieder beruhigt. Sicherlich gibt es viele Vorurteile zu veganer Ernährung, aber auch beim neuen „Vegan-Hype“ muss man aufpassen, was genau man zu sich nimmt. Ganz besonders empfehlen möchte ich das Buch „Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau. Hier bekommt man viele Informationen zu veganer Ernährung, und zwar penibel mit wissenschaftlicher Quellen versehen. Wie bei allem gilt auch hier: Man muss auf die Qualität der Produkte achten und sich nicht zu einseitig ernähren. Die Pflanzenwelt bietet hier eine wahnsinnige Vielfalt, die wir oft gar nicht nutzen. Auch bei veganer Ernährung empfiehlt es sich, stark industriell verarbeitete Produkte mit unzähligen Zusatzstoffen zu vermeiden und sich für Erzeugnisse aus naturverträglichem Anbau (Bio) zu entscheiden.

Fazit: Als Vegetarier/Veganer ist man vielen Vorurteilen ausgesetzt. Das ist schade, denn ich habe sehr viel Neues und Interessantes über Ernährung erfahren und leckere Gerichte und coole pflanzliche Alternativen kennengelernt.
Mache ich weiter? Ja, aber... Ab und zu oder vor allem, wenn ich auswärts essen gehe, möchte ich auch nicht-veganes Essen genießen. Ich möchte aber in Zukunft versuchen, weitgehend ohne Fleisch- und Wurst auszukommen. Ich werde auf jeden Fall vegane Alternativen zu Milch und Ei in meine künftige Ernährung aufnehmen und mein Spektrum an Gerichten ohne Fleisch, Milch und Ei erweitern. Wichtig ist, das Ziel vor Augen zu behalten: Klima- und Tierschutz!

Oktober

September

Fridays for Future - Dritter globaler Klimastreik  – weltweit!

Fridays for Future -  Das sind alle, die für unser Klima auf die Straße gehen. 
Die Klimastreik-Bewegung ist international, überparteilich, autonom und dezentral organisiert. Wer sich aktiv beteiligen möchte, kann mit uns zusammen am 20.09.2019 zu einer Stadt in unserer Region besuchen, um für die Bewältigung der Klimakrise einzustehen. Wir planen die Teilnahme am dritte globalen Klimastreik in KA, HD oder Mannheim. Nähere Infos folgen. Klimastreik - weltweit 

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, Wir freuen uns von Ihnen zu hören:  Kontakt

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